Rolf Miller - 12. Juli 2019


Rolf Miller ist ein mit vielen Preisen ausgezeichneter Kabarettist in Odenwälder Mundart und wird mit Recht als 'konsequentester Minimalist' des Genres bezeichnet.

Seine selbstgefällige Bühnenfigur ist allezeit unwissend, meint aber, alles zu wissen, kann selbiges aber nicht formulieren und scheitert an der Kompliziertheit des auszudrücken Wollenden.

Seine subjektive, stammtischkonforme Sicht der Dinge packt er in stammelnde Sätze, verliert den Faden, philosophiert sich ins Nirwana und selbst in seinen Pausen liegt eine Pointe. 

 

Was dabei seinen Mund verlässt, hat Tiefgang und treibt Lachtränen in die Augen.

Hier der ausländerfeindliche Syrer, da der vegane Jäger, dort Achim, Jürgen und Rolf, wie immer zu viert im Sixpack, all inclusive. Alles scheint wie immer, und bleibt genauso anders. Die Zeiten ändern sich, Miller bleibt - trocken wie eh und je, in seiner unnachahmlichen Selbstgefälligkeit. „Me, myself and I“ - wo ist das Problem, ich bin mir genug - aber damit reicht es jetzt endlich noch lange nicht: OBACHT MILLER! - das neue Programm von Rolf Miller. 

 

Das Halbsatz-Phänomen zeigt uns erneut, dass wir nicht alles glauben dürfen, was wir denken.... „Ball flach halten, kein Problem...ganz ruhig, „alles schlimmer äh... wie sich‘s anhört...“ wie immer weiß Miller nicht, was er sagt, und meint es genauso, denn wenn gesicherte Ahnungen in spritzwasserdichte Tatsachen münden, wer erliegt da nicht Millers Charme. Eben. Und das Ganze auch noch besser wie in echt, als ob Gerhard Polt im Audi A6 neben ihm sitzt.

 

 

Mit „OBACHT MILLER“ gelingt es Miller im vierten Programm seiner namenlosen Figur endlich einen Namen zu geben. Sie haben dafür freie Auswahl, denn Sie kennen garantiert in ihrem Umfeld einen solchen Freelancer der Ignoranz, und da hilft dann halt wieder nur ein ironisches: eiwanfrei.